Quebrada de los Cuervos – Wandern im wilden Herzen Uruguays
Ein Bekannter hat uns den Tipp gegeben, statt über die Küste nach Brasilien besser durchs Landesinnere von Uruguay zu fahren – dort sollte es noch viele unbekannte, wunderschöne Landschaften zu entdecken geben. Gesagt, getan: Wir haben die Route geändert und sind in der Quebrada de los Cuervos gelandet – einem Naturpark, der uns wirklich überrascht hat.
Direkt am Eingang des Parks gibt es einen kleinen Campingplatz, der für wenig Geld eine einfache, aber schöne Übernachtungsmöglichkeit bietet. Wir waren Anfang September dort – also noch im uruguayischen Winter – und tatsächlich die einzigen Gäste auf dem Platz. Umgeben von viel Grün, hatten wir zunächst etwas Sorge, dass der Unimog den aufgeweichten Boden zu sehr beschädigen würde, da es in der Nacht zuvor geregnet hatte. Zum Glück war der Boden aber stabil, und wir konnten unser Lager stressfrei aufbauen – inklusive ein paar grasender Kühe als Nachbarn.
Abenteuer auf dem Wanderweg
Der Nationalpark bietet eine rund 2,5-stündige Rundwanderung durch die beeindruckende Schlucht. Schon beim Eingang wurden wir von einer sehr freundlichen Mitarbeiterin eingewiesen. Sie erklärte uns genau, wie anspruchsvoll die Route sei, und wo es eventuell sinnvoll wäre umzukehren. Außerdem mussten wir ein kurzes Formular ausfüllen, ob wir gesundheitliche Probleme hätten – das hat uns als routinierte Bergbewohner aus Tirol erst mal amüsiert.
Doch wie sagt man so schön: Hochmut kommt vor dem Fall. Die Landschaft, durch die wir zuvor noch gemütlich mit dem Unimog gefahren waren, verwandelte sich bald in eine Art tropischen Dschungel. Und als wir dann auf dem Weg zum Bach plötzlich vor einem Klettersteig standen, war die Überraschung groß. Mit sowas hatten wir definitiv nicht gerechnet.
Die Strecke war fordernd, aber landschaftlich wunderschön – und sie hat sich absolut gelohnt. Am Ende der Wanderung erwartete uns eine Plattform mit traumhaftem Blick über das Tal. Für alle, die es etwas gemütlicher angehen möchten: Wenn man die Runde andersherum geht, erreicht man diesen Aussichtspunkt in nur 15 Minuten – ganz ohne Steig.
Für uns war es ein richtiges kleines Abenteuer in der Quebrada de los Cuervos. Auch wenn wir ehrlich zugeben müssen: Wären wir nicht auf dem Steig gelandet, hätten wir den auch nicht vermisst. Aber gerade das Unerwartete macht das Reisen ja oft besonders. Wichtig: Diese Wanderung ist nur bei trockenem Wetter zu empfehlen – bei Nässe kann es schnell rutschig und gefährlich werden. Wichtig ist es auch zu wissen, der Park hat nur von Donnerstag bis Sonntag geöffnet. Wer an einem anderen Tag kommt, steht an einem durch eine Kette versperrten Zufahrtsweg.
Hier noch der Link zur offiziellen Seite der Quebrada de los Cuervos.
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