Stellplatzsuche
auf Reisen
Wer mit dem eigenen Fahrzeug reist, kennt es: Die Stellplatzsuche – immer wieder ein neues Zuhause finden. Was auf den ersten Blick nach Freiheit pur klingt, kann manchmal zu einer echten Herausforderung werden – sei es, weil die Zufahrt schwieriger als gedacht ist, der Platz doch nicht so ruhig liegt oder die Straße einfach nicht für einen Unimog gemacht ist.
Deshalb nehmen wir euch diesmal mit hinter die Kulissen unserer Stellplatzsuche – welche Tools wir nutzen, worauf wir achten und welche Überraschungen wir unterwegs schon erlebt haben.
Digitale Helfer: IOverlander, Google & Co
Unsere Stellplatzsuche läuft fast immer nach demselben Schema ab – allerdings mit verschiedenen digitalen Helfern, die uns das Leben leichter machen:
IOverlander: Die erste Anlaufstelle in Südamerika (In Europa ist es Park4Night) – eine riesige Datenbank mit Campingplätzen, freien Stellplätzen und Erfahrungsberichten anderer Reisender. Die Kommentare sind Gold wert, da sie aktuelle Infos liefern.
Google Maps & Satellitenbilder: Perfekt, um die Lage und Zufahrtsstraßen zu checken – gerade mit einem großen Fahrzeug wichtig!
Polarsteps & befreundete Reisende: Wenn jemand mit einem ähnlichen Fahrzeug schon dort war, ist das extrem hilfreich. So wissen wir direkt, ob wir durch schmale Straßen oder unter niedrige Leitungen kommen.
Wie wir unsere Stellplätze planen
Wir versuchen unsere Tagesetappen relativ kurz zu halten – maximal 100 Kilometer, idealerweise weniger. Das gibt uns genug Zeit für die Stellplatzsuche, ohne dass wir in die Dunkelheit geraten.
Gerade bei Schotterpisten (Ripio) planen wir extra Zeit ein. Ein gutes Beispiel: Die Strecke ins Valle Hermoso – für 18 km Schotter haben wir fast drei Stunden gebraucht. Aber es hat sich absolut gelohnt!
Wenn IOverlander nicht weiterhilft…
Nicht immer hat IOverlander etwas passendes für die Stellplatzsuche. Dann hilft:
- Google Maps: Wir suchen abgelegene Parkplätze, Strände oder offene Flächen und prüfen per Satellitenbild die Zugänglichkeit.
- Einheimische fragen: Oft haben uns Locals großartige Tipps gegeben – und in manchen Fällen durften wir sogar auf Privatgrund stehen.
- Direkter Kontakt per WhatsApp: In San Rafael wollten wir eine Weinverkostung machen, aber IOverlander hatte nichts Passendes. Also haben wir eine Bodega per WhatsApp angeschrieben – und durften dort übernachten! In Südamerika geht ja fast alles per Whatsapp.
Manchmal hilft es auch einfach, direkt zu fragen – beim Restaurant um die Ecke, bei der Feuerwehr oder auch an der Polizeistation. Die meisten sind wirklich gastfreundlich und sagen gerne ja. Und wenn nicht? Tankstellen gehen fast immer.
Plan B ist Pflicht: Alternativen sind Gold wert
So oft es geht, suchen wir eine Alternative, bevor wir losfahren. Warum? Weil es immer mal vorkommt, dass ein Platz in der Realität anders aussieht als erwartet.
- Der Platz ist zu voll.
- Die Zufahrt ist zu schlecht.
- Es fühlt sich einfach nicht sicher an.
Wir haben die einfache Regel bei der Stellplatzsuche: Wenn einer von uns sich unwohl fühlt, fahren wir weiter.
Wenn es mal schiefgeht – Eine Nacht mit Überraschungsgästen
Manchmal passt alles – und dann doch nicht. Ein Erlebnis, das uns im Gedächtnis blieb:
Wir hatten einen wunderschönen Platz auf IOverlander direkt an einem Fluss gefunden. Alles perfekt. Doch in der Nacht klopften plötzlich drei leicht angetrunkene Männer ans Auto und fragten, was wir hier zu suchen hätten.
Wir erklärten höflich, dass wir einfach nur müde waren und einen ruhigen Platz gesucht hatten. Zum Glück hatten sie Mitleid mit uns – wir durften bleiben.
Was war passiert? Wir standen auf Privatgrund, weit und breit kein Haus in Sicht. Der Besitzer war nicht begeistert, und wir verstanden ihn völlig. In Europa würden wir auch nicht wollen, dass plötzlich jemand im eigenen Garten campiert.
Am nächsten Morgen packten wir schnell zusammen und fuhren weiter. Natürlich haben wir auch den IOverlander-Eintrag sofort ergänzt.
Stellplatzsuche mit anderen Reisenden – Entspannung pur
Einer der schönsten Momente auf Reisen? Sich mit anderen Reisenden zusammentun und die Stellplatzsuche mal nicht alleine machen müssen.
Wenn wir mit Freunden unterwegs sind, ist es fast wie ein kleiner Urlaub:
- Einer sucht, alle profitieren.
- Stellplätze werden gemeinsam ausgesucht.
- Man kann sich gegenseitig absichern.
Deshalb sind wir immer dankbar für Tipps von anderen Overlandern – egal ob über Apps wie zum Beispiel Instagram, persönliche Treffen oder WhatsApp-Gruppen.
Fazit: Stellplatzsuche – Abenteuer & Herausforderung in einem
- Frei stehen ist großartig, aber manchmal auch eine Herausforderung.
- Digitale Helfer wie IOverlander, Google Maps & Co. braucht man unbedingt
- Plan B ist immer eine gute Idee.
- Mit anderen Reisenden so gut wie möglich vernetzen wie zum Beispiel auf Polarsteps, Instagram etc. oder einfach einige Reiseblogs bei den Favoriten abspeichern.
Manchmal erlebt man Überraschungen – aber meistens wird alles gut.
Willst du mehr über das Thema Reisen erfahren? Buche jetzt einen persönlichen Videocall mit uns und hol dir wertvolle Tipps und Inspiration für dein Abenteuer!