Unimog sicher abstellen – wenn das Zuhause auf Rädern allein zurückbleibt
Reisen ist wunderschön – jeden Tag neue Eindrücke, Begegnungen, Landschaften. Aber irgendwann kommt er doch, dieser Moment, in dem man sich nach persönlichen Gesprächen mit Familie und Freunden sehnt. Nach Vertrautem. Nach dem Platz, an dem man lange gewohnt hat.
Warum schreiben wir Platz und nicht Zuhause? Ganz einfach: Die Frage nach der Heimat ist gar nicht so leicht zu beantworten, wenn man im Unimog lebt und alle paar Tage den Stellplatz wechselt. Wo wohnen wir? Im Auto. Und in welchem Land? In dem, in dem wir gerade stehen. Monika hat ihre Wurzeln in Tirol, Christoph in der Münchner Gegend – aber unser Freundeskreis ist mittlerweile über den ganzen Globus verteilt. Von Südamerika bis Amerika, quer durch Europa und darüber hinaus.
Und trotzdem zieht es uns zwischendurch zurück. Nach Hause – oder besser gesagt: zu den Menschen, die uns wichtig sind. Für uns hieß das: Drei Monate Heimaturlaub in Europa. Aber was passiert in der Zeit mit unserem Mambo? Den Unimog sicher abstellen und dabei ein gutes Gefühl zu haben, war uns sehr wichtig.
Wenn man sein Zuhause zurücklassen muss: Abschied vom Mambo
Wir können es euch ehrlich sagen: Ihn zurückzulassen fühlt sich nicht gut an. Am liebsten hätten wir ihn ins Handgepäck gepackt und mitgenommen. Aber das geht natürlich nicht.
Die Suche nach einem geeigneten Stellplatz: In Uruguay haben wir uns einige Optionen angeschaut: offene Stellflächen, überdachte Stellflächen und geschlossene Garagen. Am Ende haben wir uns für eine Garage entschieden. Nicht, weil wir unserem Mambo nicht zutrauen, dem Wetter zu trotzen – sondern, weil wir ihm ein trockenes, geschütztes Plätzchen gönnen wollten.
Denn wenn es in Uruguay regnet, dann oft heftig. Und obwohl alles dicht ist, weiß man nie, ob nicht doch eine Fuge Wasser durchlässt oder sich Tiere einnisten. Von Feuerameisen und Mäusen im Camper haben wir schon einige Geschichten gehört. Also: lieber vorsorgen. Alle Abflüsse haben wir abgeklebt – Ameisen braucht wirklich niemand im Auto.
Was wir vor dem Abstellen gemacht haben
Einige Entscheidungen mussten getroffen werden. Füllen oder leeren wir den Wassertank? Was passiert mit dem Diesel? Welche Vorräte können bleiben?
Wir haben:
Den Dieseltank bis zum Anschlag gefüllt, um Kondenswasser zu vermeiden.
Die Reifen etwas stärker aufgepumpt, um Standplatten vorzubeugen.
Unsere Wassertanks voll gemacht – mit dem Vorteil, dass wir den Unimog ans Stromnetz hängen konnten und die UV-Lampe zur Wasserdesinfektion einfach weiterlaufen lassen.
Fast alle Vorräte gegessen oder verschenkt, bis auf ein paar verschlossene Gewürze und Konserven.
Und natürlich haben wir unseren Mambo blitzblank geputzt, alles aufgeräumt, durchgeschaut und sichergestellt, dass alle Schrauben sitzen und nichts lose ist. Wir haben auch noch einmal geprüft, ob es Ersatzteile gibt, die wir in Europa besorgen sollten. Über die letzten Monate haben wir eine kleine Liste gesammelt – beim Zurückfliegen brauchen wir daher beide einen großen Koffer. Für die Hinreise hatten noch Handgepäck gereicht.
Um keinen Stress zu haben, haben wir unseren Mambo bereits am Freitag abgegeben und sind noch eine Nacht in einem Hotel in Flughafennähe geblieben, bevor es am Samstag zurück nach Europa ging.
Abschied vom Zuhause
Ja, wir haben „Auf Wiedersehen“ gesagt. Klingt seltsam? Vielleicht. Aber Mambo ist unser Zuhause. Und wie viele von euch wissen: Wenn man fast das ganze Jahr darin lebt, ist es mehr als nur ein Fahrzeug.
Wir sprechen manchmal mit ihm, ganz leise – und ja, wir werden ihn vermissen. Doch wir wissen: Er steht sicher. Unser Unimog ist gut abgestellt, und wir können unseren Heimaturlaub in Österreich, Deutschland und Kroatien genießen, ohne uns Sorgen machen zu müssen.
P.S. Wenn ihr mehr dazu lesen wollt, wie wir unsere Reise durch Südamerika gestalten, schaut gern in unseren Artikel zum Grenzübertritt Argentinien–Uruguay oder zu unserem Besuch im Museum der industriellen Revolution in Fray Bentos hinein.